Das historische Verbrüderungsbuch


Ausschnitt aus diesem Verbrüderungsbuch
Ausschnitt aus diesem Verbrüderungsbuch

Das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau (auch Reichenauer Verbrüderungsbuch genannt) ist ein lateinisch geschriebenes gebundenes Manuskript, das ab den 820er Jahren in der Abtei Reichenau angefertigt wurde. Als Verbrüderungsbuch enthält es ein Verzeichnis, in dem Gebetsbrüderschaften aufgezeichnet sind, und Namenslisten der Stifter und Wohltäter des Klosters sowie von Personen, die mit ihm in enger geistiger Bindung standen, so dass ihrer in den mönchischen Gebeten gedacht wurde. Diese Namenslisten umfassen mehr als 38.000 Personennamen auf 164 Seiten.

Wikipedia

 

Derzeit ist das Original des Verbrüderungsbuches auf der eindrucksvollen Jubiläums-Ausstellung

https://www.ausstellung-reichenau.de des Landesmuseums Karlsruhe im Konstanzer Archäologischen Museum zu besichtigen.

dieses Buch der Verbundenheit im Reichenauer Münster
dieses Buch der Verbundenheit im Reichenauer Münster

Das heutige "Reichenauer Buch der Verbundenheit"


Ermatingen – Reichenau

Ein 1300-jähriges Band der Verbundenheit –

Einschreibung ins „Reichenauer Buch der Verbundenheit“

 

Die königliche villa Ermatingen gehört nach der angeblichen Gründungsurkunde Karl Martells an Pirmin (von 724, gefälscht im 12. Jh) zusammen mit Allensbach, Allmannsdorf, Kaltbrunn, Markelfingen, und Wollmatingen zur wirtschaftlichen Grundausstattung des Klosters Reichenau. Damit begann eine wechselvolle gemeinsame Geschichte am Untersee.

 

Ermatingen hatte dem jeweiligen Abt der Reichenau als dem weltlichen und geistlichen Klosterherrn Grundzinsen und Zehnten, Erträge aus Fischfang und Weinbergen (Messwein) sowie die Überschüsse der inkorporierten Kirchstelle St. Albin und des „Bruderhauses Agerstenbach“ ( „Chlösterli“) mit der dazugehörigen Kapelle St. Margarethen abzuliefern.

 

Dafür verpflichteten die Mönche der Reichenau sich seit den 1350-er Jahren, für die Ausstattung der Patronatskirchen des Reichenauer Landkapitels zu sorgen. Mindestens seit 824 lösten sie mit dem „Reichenauer Verbrüderungsbuch“ das Versprechen der Gründungsurkunde ein, für ihre Vertragspartner bei Gott zu bitten, damit „das Land selbst durch deren heilige Unterweisung erleuchtet wird und ein Beispiel guter Werke für die Späteren gegeben wird.“ (Gründungsurkunde).

 

 

Zum 1300-Jahr-Jubiläum der Klostergründung knüpfen Gemeinde und Kath. Kirchengemeinde Reichenau an das umfangreiche „Verbrüderungsbuch“ an, das bis ins 14. Jh. Freunde und Gönner, Stifter und Adlige, Laien und geistliche Gemeinschaften aus ganz Europa in ihr auch „Buch des Lebens“ genannte Erinnerungskultur aufgenommen hat. Für insgesamt 38.232 Personen, darunter ab dem 10. Jh. zunehmend auch Frauen, haben die Mönche nach dem Eintreffen der jeweiligen Todesnachrichten gebetet. 


Seit März 2024 liegt im Münster St. Maria und Markus nun das „Reichenauer Buch der Verbundenheit“ auf, in das sich alle BesucherInnen vor Ort eintragen oder unter www.verbunden-reichenau1300.de online einschreiben können. 

 

Im Jubiläums-Motto „Wir knüpfen ein Band“ kommt zum Ausdruck, dass Insel und Festland, Einheimische und Fremde, Deutsche und Migranten, alle „Menschen auf Erden“ freundschaftlich miteinander verbunden sind, im Sinne von „Ich bin im WIR sind“.

Feier am Schloss Königsegg am Sonntag, den 7. Juli


Eine besondere Einladung zur gemeinsamen 1300-Jahr-Feier der Klosterinsel ergeht zum „Tag der Nachbarschaft“ am Sonntag, 7. Juli am Schloss Königsegg auf der Reichenau.

 

Ansprechpartner und Projektleitung des Reichenauer Buches der Verbundenheit:

 

Berthold Winkler, Mail be.winkler@gmx.de